Scalping

Januar 28, 2016 Johann No comments exist

Ich versuche mich seit einigen Tagen am Scalping (sehr kurzfristiger Handel auf dem 1 Minuten Chart), nachdem ich nun 3 Wochen lang den erfolglosen Trendhandel in unterschiedlichen Zeiteinheiten probiert habe.

Der Grund dafür ist ganz simpel: In kürzester Zeit Gewinne und Verluste einstecken zu können, Punkt !

Was ich in meiner geringen Tradingerfahrung aber sehr schnell festgestellt habe, nachdem ich weitere 100 Euro innerhalb von 2 Wochen versenken durfte ist, das ich mit dem Marktrauschen und dem stressigen hoch und runter nicht wirklich glücklich wurde.
Durch den 1 Minuten Chart sind stellenweise Ausbrüche in beide Richtung möglich, die leider sehr am Nervenkostüm zerren.
Ich denke die nötige Coolness zu haben um langfristig die Situation abzuwarten und richtig einzusteigen, daraufhin aber während dem Trade auch weiterhin locker zu bleiben, habe ich noch lange nicht, weshalb ich mich auch recht zügig wieder vom Scalping verabschieden möchte.

Mein Ziel ist es mit meinem kleinen Konto möglichst bis zum Dezember auszuharren, da ich dann mein Studium fertig habe und mir ernsthafte Gedanken über das Trading machen kann. Somit bleiben mir noch knapp 11 Monate und das Konto ist mittlerweile nach 6 Wochen auf die Hälfte geschrumpft.

Es ist schon interessant zu sehen wie die eigene Psyche einen dazu verleitet Dinge zu tun, die absolut irrational sind, aber im Trotz der Situation vom eigenen Gehirn als nötig dargestellt werden. Ich weiß nicht genau ob ihr das kennt, aber manchmal wenn mir der Markt wieder ein paar Euro abknöpft, obwohl ich mir sicher war das dieser Trade was wird, dann rede ich mir selber ein „So, Freundchen, jetzt zeig ich’s dir aber und hol mir mein Geld zurück!“
Daraufhin wird die Position von 0,05 auf 0,10 erhöht und man startet in die nächste Odysee, bestehend aus Wut, Empörung und Frustration, denn es kommt wie es kommen muss … unüberlegter Trade in einer emotionalen Situation … Verlust Nummer 2 und so trottet man durch den Chart und versucht sich mit jeder Minute wieder runterzubringen um die Situation zu begreifen … zu verstehen was da gerade passiert ist … warum es passiert ist … und sich selber klarzumachen das so etwas niemals wieder passieren darf !

Mir gehts persönlich bei solchen Dingen viel weniger um die technische Erklärung für einen Fehltrade, die ist meistens recht schnell gefunden, sondern vielmehr beschäftigt mich die Emotion dahinter und der fatale Irrtum sich selbst etwas einzureden was, entgegen der eigenen Logik und der gesetzten Regeln, totaler Schwachsinn ist, aber gerade in diesem Moment genutzt wird um das eigene Handeln zu rechtfertigen.

In diesem Sinne … technische Analyse der Trades macht Sinn, aber die Komponente der Emotionen und des eigenen Wohlfühlens sollte dabei nicht zu kurz kommen, denn das ist es was einem langfristig Stress oder eben Entspannung bringt. Wenn ich mich in meinem Setup wohl fühle und Fehltrades mache, verkrafte ich diese viel besser, als wenn ich innerhalb von Sekunden 5% meines Kontos platt mache und mich frage: „Was zur Hölle tust du hier eigentlich?“.

Somit ist mein Fazit zum Scalpen:
Sehr stressig, sehr zeitsparend, aber auch sehr anstrengend und somit aktuell nichts für mich !

Gruß
euer Johann

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