Tradingtagebuch – Was bringt es mir ?

Februar 9, 2016 Johann No comments exist

Hallo lieber Leser.

 

Heute möchte ich dir meine Meinung bzw. Ansicht zum Sinn eines Tradingtagebuchs darstellen und erklären wie und warum ich eines führe.

 

Egal ob du nun youtube Videos guckst oder Artikel zu diesem Thema liest. Fast überall wird das Thema Tradingtagebuch als sehr wichtig dargestellt bzw. uns allen nahe gelegt doch eines zu führen.

Ich persönlich habe das anfänglich gar nicht verstanden und mich gefragt warum ich überhaupt ein Tagebuch über meine Trades führen soll, da ich bei Verlusten natürlich schlecht drauf und bei Gewinnen logischerweise glücklich war. Das muss ich nun wirklich nicht noch verschriftlichen.

 

Wie dir dieser Blog beweist habe ich meine Meinung recht schnell ändern dürfen.

 

 

Was ist ein Tradingtagebuch?

 

Diese Frage wollte ich mir selbst nur zu häufig beantworten, fand allerdings keine zufriedenstellende Erklärung dafür. Die einen sagten es reicht wenn man seine Trades darin ausführlich analysiert und daraus sein Fazit zieht, das heißt auch wirklich täglich jeden Trade zu hinterfragen und methodisch zu analysieren. Andere wiederrum sprachen ständig davon das man auch die emotionale, heißt psychologische Seite nicht vernachlässigen sollte.

 

Tagebuch

 

Was du nun in DEIN Tradingtagebuch aufnimmst musst du letzendlich selbst entscheiden, denn das wichtigste dabei ist nunmal die Selbstreflexion. Wenn du kein besonders emotionaler Mensch bist, was du beim Trading definitiv schnell erkennst, dann reicht es grundsätzlich nur die Trades auszuwerten. Bist du allerdings beim Trading, selbst wenn es nur anfänglich ist, sehr emotional, dann hinterfrage auch diesen Teil deines Tradings und beschäftige dich mit deinen Emotionen und deiner Psyche.

 

Ich hake mein Tradingtagebuch mit diesem Blog hier ab, da ich beim Schreiben erst merke was alles in mir brodelt während ich trade und wenn auch einige Artikel hier von mir vorausgeplant sind, so schreibe ich andere aus der Emotion heraus und platziere diese lediglich einige Tage später als Post.

 

Du musst selbst rausfinden wie dein Tradingtagebuch aufgebaut sein sollte, allerdings empfehle ich dir dazu tatsächlich ein kleines Echtgeldkonto zu eröffnen und dich DANN wirklich mit der Frage zu beschäftigen wie du reagierst wenn bestimmte Situationen eintreten. Das kann über das Verlieren von Geld, hin zu größeren Gewinnen gehen. Allein die Tatsache das die Handflächen anfangen zu schwitzen und der Puls nach oben steigt, wenn man einen kleinen Trade eröffnet, zeigt dir bereits recht schnell was für eine Art Trader du in diesem Moment bist und da hilft es ungemein das ganze SCHRIFTLICH festzuhalten und alles nochmal revue passieren zu lassen.

 

 

Demokonten und Tradingtagebücher

 

Als ich mit meinem Demokonto anfing habe ich auch kein Tagebuch geführt, sondern wollte natürlich zum einen erstmal die Software meines Brokers mit ihren Funktionen kennen lernen, zum anderen aber natürlich auch ein paar Strategien und Herangehensweisen ausprobieren.

 

Das Demokonto an sich kann Fluch oder Segen sein, je nachdem wie ernst man dieses nimmt bzw. wie das eigene Mindset zum Tradingkonto ist. Ich persönlich habe es immer als „Echtgeld“ betrachtet und versucht so originalgetreu wie möglich an alle Trades ranzugehen.

 

Du wirst dein Demokonto leider niemals mit den selben Emotionen behandeln, wie du dein Echtgeldkonto behandelst, weshalb eine grundsätzliche Auswertung der Trades zwar Sinn macht, aber ein Tradingtagebuch wie ich es verstehe nicht sinnvoll ist.

 

Wenn  du also demo tradest, dann nimm dir einen Notizblock und mach dir Gedanken zu deinen Trades und werte diese systematisch aus, indem du Einstieg, Stop etc. pp. im Zusammenhang mit deiner Strategie bzw. deinem Setup hinterfragst und daraus auch ein Fazit ziehst und es dir tatsächlich notierst. Ich selbst habe das leider versäumt, weshalb mir innerhalb meiner Demozeit leider die ein oder andere Erfahrung bzw. Einsicht verloren ging. Im Nachhinein, und das wird dir vermutlich auch fast jeder neue Trader so bestätigen, weißt du nicht mehr so genau warum du jetzt genau da eingestiegen bist oder warum der Stop genau da liegt. Du verlierst dich in den Zeiteinheiten, in den einzelnen Trends, Bewegungen und Korrekturen, sodass im Nachhinein nur ein Ergebniss in Form eines Plus- oder Minustrades darsteht.

 

Gewonnen hast du in so einer Situation leider gar nichts.

 

 

Tradingtagebuch im Echtgeldkonto

 

Sobald du dein Echtgeldkonto eröffnet hast wird die Sache mit dem Tradingtagebuch erst richtig spannend. Bereits nach den ersten Trades wirst du merken wie du emotional auf die Gewinne und Verluste auf deinem Konto reagierst und dich nach 2-3 Tagen fragen was denn am Montag bei diesem und jenem Trade passiert ist und warum du den eröffnet hast. Rein rational betrachtet erscheint dir im Nachgang nämlich vieles was du bis dato getan hast als absoluter Irrsinn.

 

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Nur leider hast du dir keine Notizen gemacht warum du einen Trade eröffnet hast und wie du dich dabei gefühlt hast … denn genau das ist der Punkt. Rational und logisch zu handeln ist im Zusammenhang mit Geld ein steiniger Weg der erst einmal gegangen werden will.

Und genau dafür hast du dein Tradingtagebuch, also nimm dir die Zeit und erstelle erstmal eines. Ob es nun ein wirkliches Tagebuch ist, ein Notizblock wo dir Stichpunkte zu den Trades ausreichen oder aber ein Blog wie der meine, ist eigentlich egal. Wirklich relevant ist das DU nachher weißt warum ein Trade so verlief wie er verlief.

 

Leider wird das Thema Tradingpsychologie sehr stark mit logischen Präsentationen untermauert und so dargestellt als wäre es immer das selbe Schema. Man verliert, hat Angst, ist vielleicht wütend etc. pp. Nur leider ist es das nicht.

 

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Psyche während eines einzelnen Trades ist es was dich letzendlich täglich voran bringt, zu enge Stops verhindern lässt und dich davon abhält kleinste Gewinne viel zu früh einzustreichen.

 

 

Mein Fazit !

 

Ich habe eine ganz einfache, kurze und deutliche Meinung zum Tradingtagebuch!

 

MACH ES !

 

Ich habe das Gefühl das Trading etwas ist was du nicht wirklich erlernen kannst, im Sinn einer theoretischen Ausbildung, sondern von dir selbst ERLEBT und GELEBT werden muss. Du musst dich erst einmal damit auseinandersetzen KÖNNEN was da in dir vorgeht wenn du keine festen Zeiten hast für die du bezahlt wirst, sondern allein dein Erfolg zählt.

Dieser Erfolg hängt allerdings maßgeblich mit deinen Emotionen und deinem Bewusstsein zusammen.

 

Schnapp dir also ein Tagebuch und führe erstmal eins, bevor du dir eine Meinung dazu bildest und du wirst recht schnell erkennen das es definitiv Sinn macht und langfristig gesehen zu einer Entwicklung deiner Persönlichkeit führt. Diese Entwicklung wird dich zu einem besseren Trader machen, denn du wirst lernen mit deinen Emotionen umzugehen, anstatt sie zu unterdrücken.

 

Ich selbst bin noch sehr sehr neu dabei, aber merke von Tag zu Tag wie sich meine Psyche und emotioanle Seite langsam aber sicher in eine Position bewegt von der aus ich mehr und mehr meinen Regeln folgen kann, ohne das ich Schweißausbrüche kriege, weil mal ein Trade im Minus liegt. Eine solche Entwicklung kannst du aber nur machen, wenn du dich mit dir selbst beschäftigst und auch Emotionen zulässt, damit du diese hinterfragen kannst.

 

Gruß

Johann

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