Ziellos? – Wochenrückblick 105

Februar 2, 2018 Johann 2 comments

 

 

 

Mein Tradingtagebuch

 

 

Hallo liebe Leser.

 

Ich finde es immer wieder spannend wie manche Dinge, vor allem für einen selbst relevante Entwicklungen, andere zu spannenden Meinungen bewegen. Durch meinen letzten Post habe ich eine etwas längere E-Mail von einem Tradinganfänger wie mir erhalten, der seit ca. 10 Monaten das Trading erlernt. Sehr spannend war die Aussage bzw. die Frage ob ich es denn für sinnvoll halten würde von der Markttechnik zum Systemtrading und jetzt zum Optionshandel wechseln zu wollen. Und in diesem Sinne auch, ob ich der Meinung bin dass mich das wirklich weiterbringen würde.

 

Da ich mich mit dem Systemtrading nicht von der Markttechnik entfernt habe, sondern diese nur anders interpretiere und im Nachhinein auch nicht vom Systemtrading distanzierte, sondern vielmehr einen sinnvollen Weg suche dieses umzusetzen, sehe ich hier keinen Widerspruch. Mein Ausflug in den Optionshandel ist aktuell eher interessenbedingt, weniger mit der Absicht mich hier zu vertiefen. Sollte es darauf hinauslaufen, dass mir der Optionshandel spaß macht, bin ich natürlich nicht abgeneigt.

 

Mein persönliches Ziel ist es mit dem Trading mittel- bis langfristig profitabel zu werden und 10-20% jährlich zu verdienen. Die größte Herausforderung, die ich für mich persönlich sehe, ist den richtigen „Tradingstil“, wenn man so möchte, zu finden und diesen auch entsprechend zielorientiert und nachhaltig umzusetzen. Mir persönlich ist absolut egal, ob ich am Ende des Tages Optionen handle, Chartmuster analysiere und trade oder Trendfolgestrategien habe. Das Mittel zum Zwecks ist in meinen Augen irrelevant, weil es eben nur das Tool ist mit dem man sein Ziel erreicht. Für mich sind Erkenntnisse wichtig, die mich weiterbringen und mir deutlich machen ob diese Methode des Tradings zu mir passt oder eben nicht. Und wenn ich merke dass ein aktueller Ansatz nicht der richtige ist, dann wird dieser eben qualitativ überdacht und ggf. ein neuer in Erwägung gezogen, bis ich etwas finde, dass ich so umsetzen kann, wie es mein Tages-/Wochenablauf erlaubt.

 

Die eigentliche Herausforderung ist die Selbstreflexion und der ehrliche Umgang mit den Erfahrungen, somit heißt es dran bleiben und der langfristigen Zielsetzung folgen!

 

Euch allen ein schönes Wochenende und bis Sonntag beim Shortcut!

 

Gruß

Johann

 

2 Comments on “Ziellos? – Wochenrückblick 105

  1. Lieber Johann,
    ich beschäftige mich seit mehreren Monaten mit der Markttechnik. Ausschlaggebend war eine Übersättigung von Indikatoren und das stetige hin und herwechseln zwischen „Strategien“ und starres Blicken auf die Monitore mit absoluter Handlungsunfähigkeit. Ganz kurz: Ich hatte kein festes Handlungskonzept. Die Markttechnik hat mich dahingehend ein großes Stück weiter gebracht. Ich habe mehr über den Trendaufbau erfahren und über das Verhalten der Marktteilnehmer. Somit hat sich meine Handlungsfähigkeit nach der Trenderkennung in seinen Phasen erhöht und ich gehe mit besseren Gefühlen einen Trade ein – weil ich mir einbilde, in die derzeitig richtige Richtung zu traden. Die Markttechnik selbst ist für mich keine Handelsstrategie, ich verbinde sie vielmehr mit einem Indikator. Somit habe ich für mich ein Regelwerk erschaffen, an denen ich Trades eröffne und Stopps setze. Das Gewinnziel ist bei mir fast immer offen. Ich setze in den seltensten Fällen einen TP. Zeitweise ist mein Tages oder Wochenziel einen bestimmten Ertrag zu erreichen. Das RM hat bei mir nur insofern einen Stellenwert, dass ich mit Positionen arbeite, mit denen ich mich wohlfühle. Die viel propagierten 1-2 Prozentregeln ignoriere ich, für mich muss der eventuelle „Schmerz“ psychologisch ertragbar sein. Für mich ist relevant das ein Gewinn erwirtschaftet wird. Wenn ich das Ziel nicht kenne, kann ich keine Berechnung anstellen und ich will das auch gar nicht. Mein System zeigt mir wie viel eine Stoppposition (schreibt man das mit drei p?) verliert und daran orientiere ich mich.

    Deinen Artikel, in dem Du Dich sehr sachlich mit der Markttechnik auseinandersetzt, habe ich über meine eigenen kritischen Gedanken zur ganzen „Vermarktung“ der Markttechnik in Deutschland gefunden – und er hat mir aus der Seele gesprochen. Unter anderen waren meine kritischen Gedanken auch durch einen Artikel bei Brokerdeal ausgelöst worden, in dem es um verschiedene Vermögensverwaltungen geht, die u.a. auch mit der Methode der Markttechnik handeln. Und es sind prominente Trader die damit scheinbar große Konten reduziert haben sollen.

    Weiterhin habe ich mir bei einigen sehr bekannten Trader informationen über ihre Internetauftritte zusenden lassen. Die Folge ist eine bisher nicht aufhörende „Mailflut“ von Angeboten und Lockgeschenken wenn ein Seminar gebucht wird oder eine Software gekauft wird.

    Ich schaue mir ebenfalls Webinare auf Youtube an. Inzwischen habe ich einen klareren Blick über die Psychologie die dahintersteckt. Prominente Trader agieren in der Regel über einen Broker. Dementsprechend wird dort mit derer Software getradet und auf die Vorzüge des Brokers hingewiesen. Das schmälert inzwischen mein Vertrauen in die Webinarziele.

    Ich unterlasse es immer öfter mir Markteinschätzungen der „Profis“ anzusehen. Die eigene Intuition genau zum Zeitpunkt wenn man in den Markt hingeht kann man gar nicht genug schätzen. Bisher sah ich mir täglich die Marktanalyse zum DAX an. Irgendwann fragt man sich, was hat der Analyst da nun eigentlich erzählt. Es könnte nach Norden gehen, aber auch nach Süden, allerdings wäre auch eine Konsolidierung möglich.

    Inzwischen verfehle ich das Thema hier….

    Mein Fazit:
    Die Markttechnik scheint mir ein sehr wertvoller Ratgeber zu sein. Allerdings muss man aufpassen sich nicht in die Hände dieser „Industrie“ zu geben. Denn dafür ist man anfällig – genau dann – wenn man selbst noch nicht als Händler mit Regeln und einer gewissen Denktiefe angekommen ist. Die Investition in Bücher sehe ich im Nachgang nicht als Fehlinvestition. Auch wenn mit immer mehr Wissen immer mehr Handlungsunfähigkeit erzeugt worden ist. Allerdings würde ich mich definitiv einem Coach anvertrauen, zu dem ich vollstes Vertrauen hätte.

    Nach meinen zwei mickrigen Jahren als Trader bin ich meiner Meinung nach ein riesiges Stück weiter gekommen. Nämlich mit der Erkenntnis sein Handelssystem so einfach wie möglich zu halten, mit Wohlfühlpositionen zu traden, keine große Erwartungshaltung zu haben, misstrauisch gegenüber Profitraden zu sein…

    Bisher (klopf auf Holz) – habe ich noch kein Konto klein gemacht. Zwar wurden Gewinne immer mal wieder zunichte gemacht, meistens jedoch aus eigener Dummheit.

    Ich mag das Thema Traden sehr und habe eine Vision. Dazu muss ich allerdings mutiger werden und mehr Selbstvertrauen aufbauen.

    Bitte entschuldige meine Ausschweifungen. Ich finde Deinen Blog prima und schaue gerne wieder rein.

    Ich wünsche allen ein erfolgreiches Händchen und immer grüne Pips.

    Es grüße Frank aus Berlin

    1. Hallo Frank,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und die Einblicke in deine Denkweise. Ich kann deine Ausführungen wirklich nur unterschreiben, vor allem was die Einschätzung der Markttechnik als Ratgeber angeht. Ich denke dass man in vielerlei Hinsicht „herumexperimentieren“ muss bis man für sich den richtigen Weg gefunden hat und das ist beim Trading nicht anders. Jeder hat seine persönlichen Stärken, Schwächen und damit verbunden natürlich auch Anforderungen bzw. Ansichten. Ich finde es immer wieder spannend zu sehen wie Trader Ihren Weg finden und damit erfolgreich werden, unabhängig davon was das genau für den Einzelnen bedeutet.
      Auch dir weiterhin viel Erfolg!
      Gruß
      Johann

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